Kopftörlgrat – Wilder Kaiser

Die Kletter-Oldies waren wieder mal unterwegs. Am 04. September 2025 ging es zum Kopftörlgrat im Wilden Kaiser.

Bericht: Wolfgang Ermer

Um 4 Uhr holte mich Stefan in Kastl ab. Schon im Auto waren Tobi und Erwin. In Kirchweidach kam noch Martin dazu. Über Reit im Winkl, Kössen, St. Johann und Elmau hoch zur Wochenbrunner Alm. Um 6 Uhr gingen wir los und um 7 Uhr passierten wir die Grutten Hütte und stiegen in den Geröllkessel unterhalb des Törls hoch. Der Wandweg führt zuletzt seilversichert und steil hoch zum Kopftörl. Nachdem wir den Spalt hinter der riesigen Platte passiert hatten, standen wir kurz nach 8 Uhr am Kopftörl. Es war noch etwas frisch als wir unsere Klettergurte anlegten. Diese brauchten wir vorerst nicht, da erst mal eine 300 m lange Querung zum zweiten Turm zu gehen war. Das Gelände ist einigermaßen steil und ausgesetzt. Vorsicht war daher angesagt. Den Pfadspuren, schwachen roten Punkten und Steinmännchen folgend erreichten wir bald den zweiten Turm. Hier kamen die beiden Seile aus dem Rucksack. Erwin, Martin und Tobi bildeten eine Seilschaft, wobei Tobi 5 m vor Seilende mit einem Sackstich eingebunden wurde. An den Ständen finden sich zumeist Klebehaken, Zwischensicherungen sind jedoch nur sehr spärlich vorhanden. Hier war gute „Moral“ der Vorsteiger gefragt. Wenn man oben ist geht’s natürlich auch wieder runter. Seilfrei stiegen wir die 80 m zum 3. Turm ab. Gehgelände im 1. – 2. Schwierigkeitsgrad. Drei Seillängen führen auf den dritten Turm. Oben geht’s noch unter einem großen Klemmblock durch. Südseitig querten wir etwas unterhalb wieder seilfrei zum 4ten Turm auch Leuchsturm. Hier führen 4 Seillängen hoch. Die Bewertung mit 3-, 3 ist durchaus streng, ein Kaiser 3er eben, der sich
deutlich schwerer anfühlt.

Oben findet sich eine Bergrettungsbox und etwas weiter rot die Markierung NA welche mit roten Punkten zum Notabstieg führt. Das Seil wurde wieder aufgenommen und wir stiegen zum Fuß des fünften Turms ab. Davor kam jedoch eine der Schlüsselstellen der Tour. Ein schmaler Spalt zwischen einer abgesprengten Platte und dem Fels führt nach unten zu einem Abbruch. Der Rucksack mußte ab und seitwärts schiebt man sich auf den Abbruch zu. Mit einem Friend schaffen wir einen Sicherungspunkt und ich steige vorsichtigst auf einen schmalen Sims. Rechts in der Wand dann ein geklebter Haken. Nun ging es weiter nach rechts querend in eine glatte Platte und dann abwärts zu einem Aufschwung vor dem nächsten Klebehaken am 5ten Turm, dem Kaputzen-Turm. Dieser wird nicht erstiegen. Vom Stand ging es eine gut griffige Rampe hoch und unschwierig weiter zum Stand vor dem sechsten Turm. Eine Seillänge und wir waren oben. Nun folgte die Querung Richtung Elmauer Halt. Zuvor mußte aber ein kleiner Turm nordseitig, recht unangenehm da abdrängend, umgangen werden. Nach Aufstieg auf eine glatte Platte standen wir am Fuß des Gipfelaufschwungs. Stefan stieg vor. Unterdessen hatte uns die nachfolgende Seilschaft eingeholt. Die beiden kamen mir aus dem Blog „Berghasen“ bekannt vor. Und sie waren es tatsächlich. Eilig wie sie´s hatten mußten sie noch schnell vorbeisteigen.

Schließlich waren wir alle am Gipfel vereint. 14 Uhr, ca. 6h Kletterzeit. Bergheil!

Nach ausgiebiger Pause und Würdigung der tollen Aussicht stiegen wir den Gamsänger Klettersteig hinab. Dieser führt u.a. an einer glatten Felswand entlang. Eine lange Reihe von massiven Rundstahlbügeln leitet hier hinab. Der Abstieg ist lang und zum Teil seilversichert. Gegen 16.30 Uhr waren wir alle wohlbehalten an der Gruttenhütte. Hier gab´s erst mal ein gutes Radler (5,80 Euro) bevor wir gut eine Stunde später unten am Parkplatz der Wochenbrunner Alm ankamen.

 

Schee war´s mal wieder.

Wiener Höhenweg – Der vergessene Weg

Der Wiener Höhenweg befindet sich in der Schober Gruppe im Nationalpark Hohe Tauern. Er wurde in den Jahren 1931 bis 1934 von bergbegeisterten Wiener Lehrern konzipiert. Die Route führt von Süden vom Pass Iselsberg nahe Lienz bis zum Glocknerhaus an der Hochalpenstraße. Er wird auch als „Der vergessene Weg“ beworben. Diesem Weg wollten wir also folgen.

Start war um 6:30 am Parkplatz am Bahnhof in Burghausen. Mit dabei Angelika unsere Tourenleiterin, Barbara, Sandra, Monika, Rudi, Helmut und Wolfgang. Am Pass Iselsberg angekommen, zwang uns ein Regenschauer erst mal zu einer kurzen Einkehr. Dann hieß es noch einen guten Stellplatz für den Bus finden und bald wanderten wir durch lichten Wald, später über Almgelände, hoch über dem Debanttal, zur Winklerner Hütte. Etwa 7 km und 710 Hm.

Der nächste Tag begann wettertechnisch sehr durchwachsen. Leichter Nieselregen im Wechsel mit Sonnenschein begleitete unseren Aufstieg zur oberen Seescharte. Von dort konnten wir den Wangenitzsee mit gleichnamiger Hütte hinter ziehenden Nebelschwaden erblicken. Kurz vor Mittag erreichten wir die Hütte. Wie vom Wetterbericht vorhergesagt, besserte sich das Wetter tatsächlich und kurzentschlossen machten wir uns auf zum Petzeck, das mit 3.283 m den höchsten Berg der Schobergruppe darstellt. Nach knapp 3 Stunden Aufstieg hatten sich die letzten Nebelfetzen verzogen und wir standen am Gipfel. Dort genossen wir die schöne Sicht auf den Großglockner und unser Ziel für den nächsten Tag, die Noßberger Hütte. Der Abstieg ging etwas flotter und so erreichten wir die Hütte nach 1.700 Hm Aufstieg an diesem Tag und kurz vor dem Abendessen um 18 Uhr.

Am 3. Tourentag starten wir zur Noßberger Hütte. Am Kreuzsee vorbei und über das Kreuzseeschartl erreichten wir, die Abhänge der Weißenwandspitze querend, über einen steilen Aufstieg die niedere Gradenscharte auf 2.796 m. Oben direkt an der Scharte erwartete uns der Gradensee und noch zwei weitere kleinere Seelein. Der Absteig zur Noßberger Hütte führte über steile Gletscherschliffplatten. Diese waren glücklicherweise trocken und boten guten Halt. Die Hütte liegt sehr schön am großen Gradensee und unsere kühnen Eisbaderinnen genossen das eisige Wasser. Wie die Tage zuvor starteten wir an Tag 4 unsere Wanderung um 8 Uhr. Zuerst leicht fallend führte der Steig am Mittersee vorbei. Bald wurde es zunehmend steiler und schweißtreibend zackelte der Weg hoch hinauf in die Hornscharte, der Schlüsselstelle der Tour. Für die letzten 100 Hm verließen wir den Schotter und stiegen auf einer steilen, seilversicherten Rampe bis zur Scharte. Oben hatten wir einen tollen Blick zum frisch verschneiten Glockner, unser nächstes Ziel das „Böse Weibl“ und die Eberfelder Hütte tief unten. Wieder seilversichert ging es steil über gestuftes Gelände abwärts, bis es unangenehm schottrig wurde und wir schließlich dann doch gemütlich die Eberfelder Hütte erreichten. Bald war ein Teil der Gruppe zu einem kleinen See etwa 200 Hm über der Hütte unterwegs. Jedoch war das Wasser eisig, zudem blies ein kalter Wind. Das war nichts für die empfindliche Sensibilität der beiden Begleiter. Nur die Frauenpower ließ sich nicht von einem Bad im See abschrecken.

Am nächsten Morgen war Rudi den gegenüberliegenden Hang unterhalb des „roten Knopfes“ schon weit hochgestiegen und bereits in der Sonne, als wir wieder um 8 Uhr los starten. Unterwegs überholten wir eine Dreiergruppe, die sich mit viel zu schweren Rucksäcken hochquälte. Am Kesselkeessattel wurden wir bereits von Rudi erwartet und nach einer Rast am Gernot Röhr Biwak stiegen wir gemeinsam den Blockgrat zum „Bösen Weibl“ hoch. Der Name kommt angeblich von gefürchteten Wetterstürzen an diesem Bergkegel. Wir haben bestes Wetter und genießen oben den tollen Rundumblick – Hochgall, Großvenediger, Glockner, Rauriser Sonnblick… Über Blockgelände führte der Weg abwärts und über den Eselspfad wandern wir zur Glorer Hütte am Berger Törl 2.651 m.

An unserem letzten Tag erreichten wir über einen seilversicherten Steig und Abstieg ins Leiterbachtal bald die Salmhütte. Unter dem Schwerteck und Schwertkopf querten wir höhengleich zur Stockerscharte und zu dieser dann rund 100 Hm steil bergauf. Oben hatten wir einen fantastischen Blick zum Großglockner, zur Pasterze mit Sandersee, dem Margaritzenstausee und die Gletscherstrasse zur Franz Josefs Höhe. Nach 400 Hm Abstieg zum Stausee und 200 Hm Aufstieg kommen wir am Glocknerhaus auf 2.132 m an und haben unser Endziel erreicht. Zeit zum Mittagessen und angenehme Wartezeit auf den Postbus, der uns zu unserem Ausgangspunkt am Pass Iselsberg bringt.

Schee war´s wieder mal. Vielen dank an Angelika für die Organisation und die umsichtige Führung und natürlich an die Teilnehmer welche ohne Murren die 64 km und 5.450 Hm marschiert sind.

Bericht: Wolfgang Ermer
Fotos: von den Teilnehmern

Erfolgreich Berufkraut im Naturschutzgebiet Untere Alz gerupft!

Eine kleine, hoch motivierte Gruppe traf sich bei heißen Temperaturen am vergangenen Dienstag in Emmerting und radelte 5 km zu der sogenannten WWA Brenne im Naturschutzgebiet Untere Alz. Hier trafen die Gruppe Sabine Finster, Leiterin des Landschaftspflegeverbandes Altötting (LPV). Gemeinsam und mit Feuereifer ging es daran, das invasive Berufkraut fachgerecht aus der Fläche zu entfernen, damit es sich nicht weiter ausbreitet. Zum Glück ist in diesem Bereich des Naturschutzgebietes dieser Neophyt aus den USA noch nicht so weit eingedrungen, sodass wir unseres Erachtens alles bestmöglich entfernt haben.

Jetzt kann der Landwirt, der im Auftrag des Landschaftspflegeverbandes arbeitet, mit seinem E-Beetle die Fläche bearbeiten und die Samen der vielen seltenen Pflanzen wie z.B. dem Kreuzenzians “ernten”. Dieses Saatgut wird im Anschluss auf wieder freigestellte Brennenflächen entlang der Alz ausgebracht.

Herzlichen Dank an alle freiwilligen Helfer.

Über das Wasserwandl auf den Hochfelln

Hitze war angekündigt, und die Hitze kam. Für diese Tour hatte Angelika klug und vorausschauend geplant, denn der schweißtreibende Aufstieg vom Parkplatz Kohlstadt verlief auf der Nordseite im kühlen schattigen Wald. Angelika lag leider mit einer Sommergrippe zu Hause. Harald sprang kurzfristig als Tourenführer ein – herzlichen Dank, dass wir als Teilnehmer von dieser großartigen Zusammenarbeit profitieren durften.

Den versteckten Pfad mussten wir zunächst suchen, aber dann ging es auf einem Steig stehts bergauf und so mancher über dem Weg liegende Baumstamm wurde mehr oder weniger elegant „übersprungen“. Am Grad angekommen ging es zunächst in leichter Kraxelei auf den Rötlwandkopf. Von hier war der Gipfel des Hochfelln schon gut zu erkennen. Bei unserer Pause durften wir nicht nur den tollen Ausblick genießen , sondern auch die Flugshow eines Militärhubschraubers.

Weiter ging es dann zurück zum Grad und die letzten ca. 300 Hm durch ein unangenehm zu gehendes Latschenfeld zum eigentlichen Ziel. So manches erstaunte, ja fast erschrockene Gesicht empfing uns, als wir fast wie aus dem Nichts aus den dichten Latschen heraus auf dem breiten Hauptweg am Gipfel des Hochfelln erschienen.

Wie bei den von Harald geführten Touren üblich, gab es einen guten Gipfeltrunk. Nach dem obligatorischen Gipfelfoto ging es über den Normalweg an der Brünnling Alm vorbei. Die Einkehr war im Bachschmied Kaser mit köstlichen, frisch zubereiteten „Ausgezogenen“.

Nach der schweißtreibenden Tour gab es zum Abschluss nichts Besseres, als in den kühlen Fluten der Weißen Ache einzutauchen – eine herrlich erfrischende Belohnung, bevor wir uns auf den Heimweg machten.

Bericht: Dorothea Friemel
Fotos: Teilnehmer

ČESKY RAJ und JEŠTED – BÖHMISCHES PARADIES UND JESCHKENGEBIRGE

ČESKÝ RAJ und JEŠTED vom 22. – 28. Juni zum PARKHOTEL SKALNÍ MĚSTO IN PRACHOV

Am Sonntagmorgen starteten Angelika, Gerti, Gisela, Arthur, Walter, Wolfgang und Harald mit dem Alpenverein-Mobil, über Furth im Wald – Pilsen – Autobahn Prag – Mlada Boleslav, in das 430 km entfernte Prachov (Prachau). Vom teuren Parkplatz (300 Kč = 13,00 €!) unternahmen wir, obwohl es sehr warm war, eine erste kleine Wanderung in die Sandsteine.
Zur 1. Aussicht, Přivišina (464 m) und zur 2. Aussicht, Brada mit Kreuz und Barockfiguren. Der Weg zurück war schattig. Danach fuhren wir zum Hotel, nahmen die Zimmer und unser erstes typisch böhmisches Abendessen ein. Ein Abendspaziergang zum Oborsky rybnik, einem Badesee unterhalb des Hotels, bildete den Tagesabschluss.

Montag, 23.06.2025 – RUNDE PRACHOVSKE SKALY: Nach dem leckeren Frühstück ging es gleich vom Hotel aus, auf wie immer gut markierten Pfaden (rot, blau, grün und gelb) zur Skautska vyhliadka und zum Bergsee Pelišek, wo uns ein heftiger kurzer Gewitterguss überraschte. An der noch ruhigen Touristenbaude, war ein Eintrittsgeld von ca. 4 € (100 Kč) fällig, welches für die tollen Aussichten und die ca. 3000 Stufen mehr als gerechtfertigt war! Der Weg führte uns in rassigem bergauf und bergab über Pechova und Vitkova vyhliadka zum Hotel „Pod šikmou veži” (“Am schiefen Turm”), wo wir eine Pause einlegten.
Weiter ging es über die Friedens- und Paradies-Aussicht. Nach einem Abstieg folgte der Cisařska chodba (Kaisergang) und es ging wieder hinauf zur Hlaholska, Hakenova und Schlikova vyhliadka. Zurück bei der mittlerweile gut besuchten Touristenbaude, gab es die wohlverdiente Einkehr mit typisch tschechischem Kaffee und Bier. Nach einem kurzen Anstieg war unser Hotel erreicht. Von allen Aussichten, gab es eindrucksvolle Blicke in die zerklüftete und wilde Felsenwelt von Prachau. Einige von uns, machten sich am Abend noch zu Fuß auf zum Badesee um dort den Abend ausklingen zu lassen.

Dienstag, 24.06.2025 – RUNDE PŘIHRAZÝ- MUŽSKY: Mit dem Auto, erreichten wir den Parkplatz Přihrazý in ca. 45 min. Wir stiegen aufwärts über Zlata stezka (Goldsteig), Stara hrada (alte Burg), Studeny pruchod (kalter Gang), Drabske světničky (Schergenwände) und Peklo (Hölle) zum Dorfplatz von Mužsky und dem gleichnamigen Gipfel (463 m). Dabei führte uns der Weg überraschenderweise durch einen Kirschgarten mit leckeren Früchten. Ein kurzer Abstieg leitete uns zur Krasna vyhliadka (Schöne Aussicht), einem netten Gasthaus, welches zum Kaffee einlud. Von hier ging es über den südlichen Kamm vorbei an Kobyla und Sloup (Pferd und Säule) zum Parkplatz. Mit dem Auto war der legendäre Braugasthof von Svijany schnell erreicht. Eine nette Bedienung servierte uns ein zünftiges böhmisches Abendessen und dem dort gebrauten Bier, namens „Svijany“! Abschließend fuhren wir noch zur Erfrischung an den Badesee und dann zum Hotel.

Mittwoch, 25.06.2025 – LUŽICKE HORY-JEŠTED: Über die Autobahn fuhren wir an Liberec, der alten Metropole des Sudetenlandes, Reichenberg, vorbei nach Kryštofovu udoli (Kristofstal). Der Parkplatz, unter dem Viadukt, war gut gewählt und kostenlos. Wir waren heute im Lausitzer Gebirge, d. h. im Vulkangestein, unterwegs. Unmarkiert führt uns der Weg, gesäumt von Fingerhut und Binsengras hinauf zum Kamm. In leichtem auf und ab ging es an Danske kameny (Dänenstein), Tetřevi sedlo, Kameny vrat (Steintor) vorbei zum červeny kamen (Rotstein). Weiter führte uns der Weg steil durch eine Latschengasse hinauf zum höchsten Punkt der Tour, dem Gipfel des Ješted (Jeschken) mit einer Höhe von 1012m. Hier oben war es erfrischend windig. Die mitgebrachte Brotzeit, das Bier vom Kiosk und der Gipfelschnaps, die gigantische Fernsicht bis nach Sachsen, in die Gegend um Prag und zum Iser- und Riesengebirge, waren der Höhepunkt um den 1968 erbauten, futuristisch anmutenden Turm. Nachdem alle ihre Fotos „im Kasten“ hatten, ging es zur besonderen Freude von Walter, über eine langweilige Teerstraße, hinab zum Lyskamm. Hier warteten Matterhorn, Breithorn und Monte Rosa auf unsere Kletterversuche. Nach einer Erfrischung am Tetřevi sedlo (Moorhuhnbaude) ging es schnell zurück zum 32 m hohen Bahnviadukt, über den pünktlich der Zug nach Liberec fuhr. Auf der Heimfahrt gab es in Kristofstal, einem der schönsten „böhmischen Dörfern“, noch einen Halt bei einem “Kiosek” mit deftiger Rauchwurst und Bier! Wie bereits die Abende vorher fuhren wir zur Erfrischung erneut zum Badesee und damit ersparten wir uns den Aufstieg zu unserem Hotel.

Donnerstag, 26.06.2025 – RUNDE HRUBA SKALA – VALDSTEJN: Nach dem Frühstück ging es mit dem Auto zum Parkplatz Sedmihorky. Der Anstieg, über den symbolischen Bergsteigerfriedhof, Adamova lože, myši diera zum Schloss Hruba Skala, war etwas sanfter. Oben angekommen, gab es wieder erfrischende Getränke. Weiter ging es durch ein Arboretum, der Kapell- und Löwen-Aussicht zur Burg „Valdstejn”! Hier gab es Essen aus dem Rucksack und Getränke vom Kiosk. Nach der interessanten Burgbesichtigung ging es weiter durch die Felsenschluchten über Jan’s Aussicht, vorbei am “Kapellmeister mit Taktstock” zum „Koupak”, einem legendären Bergsteigertreff und zum Parkplatz. Baden und Abendessen bildeten den Abschluss des Tages.

 

Freitag, 27.06.2025 – Heute standen gleich mehrere Touren an: MALA SKALA: Mit dem Auto nach Besedice zum Parkplatz und weiter zu Fuß zur Falkenstein-Aussicht mit den „Böhmischen Dolomiten”. Die atemberaubende Aussicht und die tollen Felsformationen nehmen kein Ende, hier gibt es sogar bunte Sandsteine! Über die Besedičke Skaly, ging es mit kleiner Einkehr zurück zum Parkplatz. Nach kurzer Fahrt erreichen wir KLOKOČI: Kurz ging es hinauf zur beeindruckenden Felsenburg Rotštein und weiter über Klokočske Skaly mit dem „Krug” durch die letzte Sandsteinschlucht zum Parkplatz. Es war noch früh am Tag und so beschlossen wir auch noch die Burgruine „TROSKY“ zu besuchen. Wir nahmen ein paar Schritte mehr in Kauf und konnten so kostenlos parken. Das Burgtor mit den beiden, dahinter auf Basaltkegeln gesetzten Türmen, “Panna” (Jungfrauenturm) und “Baba” (Altfrauenturm), war schnell erreicht. Es bot sich nochmals eine gigantische Aussicht. Nach der Rückfahrt gab es im Hotel nochmal einen böhmischen Abend, mit deftiger Kost und den dazu gehörigen Getränken!

Samstag, 28.06.2025 – ABREISETAG: Unser Zusatzziel – VYSKEŘ („Trosky“ war erledigt): Mit unsrem AV-Mobil fuhren wir durch das enge Bäckertor zum Parkplatz in Vyskeř (Weisger). Über einen kurzen Aufstieg gelangten wir zur gleichnamigen Basaltkuppe (466 m) mit einem 360° Rundblick. Pünktlich um 10 Uhr wurde die schöne Kapelle St. Anna geöffnet. An der Kirche der hl. Jungfrau Maria mit Holzglockenturm vorbei stiegen wir zum Auto ab. Die Heimfahrt verlief ähnlich dem Anreiseweg, über Mlada Boleslav und Prag, mit Einkehr in Stod ” bei Matiaš”! Tanken in Babylon, zur Grenze und über einige Umleitungen in ca. 6 Std. zurück nach Burghausen.

Es war eine gelungene Reise, die uns allen viel Spaß und neue Eindrücke bescherte! Vielen Dank an die tolle Truppe!

Text und Fotos: Harald

Klettersteig-Kurs in Gosau

ºEine gut gelaunte Gruppe traf sich am Freitag um 8 Uhr am Bahnhof in Burghausen und gemeinsam  fuhren wir in vollgepackten Autos in 2 Stunden nach Gosau am Fuße des Dachsteins.

Wir waren in einem wunderbaren Ferienhaus mit einer toll ausgestatteten Küche, gemütlichem Wohn-Essraum, Sauna und ruhigen Mehrbett-Schlafräumen untergebracht. Durch den großen Garten liefen die nicht krähenden, aber gackernden Riesenhühner des Nachbarn.
Das sehr ansprechende räumliche Ambiente wurde noch getoppt von einer Verwöhn – Kulinarik mit selbstgebackenem Kuchen, Brot und Marmeladen, bis hin zu Wachteleiern. Besonders morgens war es ein Genuss, wenn die gute Fee SK bereits den Frühstückstisch gedeckt und frischen Obstsalat bereitet hatte.

Aber wir waren ja nicht nur zum Essen unterwegs. Gleich am ersten Nachmittag empfing uns nach einer ersten theoretischen Einführung der „Max und Moritz“ Klettersteig im Gosauer Klettergarten. Ab jetzt hieß es: Klettersteigset sortieren, Partner-Check und los -„Nasen“ und Krampen suchen, auf Reibung gehen, Schwung holen, kräftig ziehen, nicht lockerlassen, umhängen, aus den Beinen arbeiten. Zwischendrin gaben Angelika und Silke gute Ratschläge und Tipps und machten vor, wie es „leicht und locker“ geht.

Am Samstag ging es dann, wieder nach einem exzellenten Frühstück, in den Schmied-Steig. Der war schon eine Nummer größer als der Steig am Tag zuvor. Lange, „kraftige“ Traversen, zum Teil durch Sprühregen und Vegetation feuchte, glitschige Stellen, und wieder der gut gemeinte Rat: „…Schwung holen und hinauf!“ oder „…alles nutzen was hilft“. So Mancher war in einigen Abschnitten etwas verzagt. Aber mit zeitweise kleinen Hilfestellungen hatten wir es am Ende alle, wenn auch mit der ein oder anderen Blessur an Knien und Zehen, heil und überglücklich ob der vollbrachten Leistung, an den bewaldeten Gipfel geschafft. Statt eines Andachtsjodlers schrieb uns Hans in das Gipfelbuch ein. Im Abstieg blieb dann genügend Zeit zum Ratschen und Planen der nächsten Klettersteig-Touren.

Der Sonntag war leider sehr verregnet und so fiel nach dem Frühstück die mit Anekdoten gespickte Informationsrunde zu Material, Erste Hilfe und Tourenplanung etwas ausführlicher aus. Schweren Herzens traf Angelika dann die Entscheidung, den Klettersteig am Vorderen Gosausee auszulassen. Stattdessen machten wir einen gemütlichen Spaziergang rund um den See und analysierten den Klettersteig je nach Standort von unten, bzw. oben. Das Mittagessen im Gasthaus bildete dann den Abschluss eines spannenden und mit einem großen Spaßfaktor behafteten Wochenende.

Herzlichen Dank an Angelika und Silke für die tolle Vorbereitung, Organisation und Rund-um-Betreuung vor Ort.

Scheibenkogel

Scheibenkogel – Einsame Gipfelmomente zwischen Zahmem und Wildem Kaiser

Am 13. Mai war es endlich so weit: Unsere Alpenwanderer-Tour führte uns auf einen abgelegenen, aber beeindruckenden Gipfel – den Scheibenkogel (1.614 m), eingebettet zwischen Zahmem und Wildem Kaiser. Die wetterbedingte Verschiebung um eine Woche erwies sich als goldrichtige Entscheidung: Strahlender Sonnenschein und perfekte Wandertemperaturen begleiteten uns den ganzen Tag.

Schon die Anfahrt mit dem gut gefüllten AV-Mobil ins Kohlental bei Schwendt weckte die Vorfreude auf einen besonderen Bergtag. Der Aufstieg begann auf einem schmalen Waldpfad, der sich elegant an der Forststraße vorbeischlängelte und uns zügig zum malerisch gelegenen Almgelände der Kohlalm brachte. Dort erwartete uns ein wahres Frühlingsparadies: Die Almwiesen standen in voller Blüte – ein Feuerwerk aus Farben und Düften.

Weiter ging es über die Almwiesen, auf denen nur durch frisch gesetzte Markierungspfähle unseren Weg sichtbar. Der Anstieg zum Sattel forderte uns ordentlich – nicht zuletzt wegen einiger Schneebruch-Bäume, die wir überklettern oder unterqueren mussten. Doch am Sattel angekommen, wurden wir mit einem leicht begehbarem Weg belohnt, der uns pünktlich zur Mittagszeit auf den Gipfel führte.

Dort hieß es: Rucksäcke runter, Brotzeit raus und Aussicht genießen. Und die war grandios: Ein beinahe vollständiger Rundblick reichte vom Zahmen und Wilden Kaiser über die Chiemgauer Alpen bis hin zu den Kitzbüheler Bergen – ein Panorama, das alle Mühen vergessen ließ.

Der Abstieg führte uns über die blumenreiche Nordflanke vorbei an der verfallenen Kogelalm und weiter auf eine Almstraße die fast eben bis zur Jodleralm ging. Von dort aus hatten wir rasch unseren Aufstiegsweg wieder erreicht, und kurz darauf standen wir wieder bei unserem DAV-Bus. Erstaunlich: Während der gesamten Tour begegnete uns kein einziger Mensch – ein seltener Luxus in den Alpen!

Zum krönenden Abschluss kehrten wir im Lucknerhof in Schwendt ein – einem gemütlichen Gasthaus mit sonniger Terrasse und Blick zurück auf unseren Gipfel des Tages. Ein perfekter Ort, um diesen unvergesslichen Bergtag gemeinsam ausklingen zu lassen.

Text: Harald Wagner
Fotos: Teilnehmer:innen der Tour

Alpenwanderertour Tristmahlnschneid

Zu einer kleinen aber feinen Eingehtour bei prima Frühlingsbedingungen war eine Gruppe von Alpenwanderern unterwegs. Nach dem Start in Innerwald, kurz vor Sachrang, ging es auf einem Forstweg gleich zügig bergauf, bis nach einer guten Stunde die Brandlbergalm erreicht war. Über blühende Wiesenhänge führte ein Pfad hinauf zu einer Scharte. Von da wurde es etwas alpiner und über einen felsigen Aufschwung und durch ein Felsentor kamen wir zu einer Abzweigung, von der es wieder etwas hinab ging auf die Tristmahlschneid. An der Nordseite gab es noch reichlich Schnee. Die Fläche oben war aber mit Krokussen förmlich übersät, so dass wir zur Vermeidung von Trittschäden mit vorsichtigsten Schritten bis zum Ende der Schneid gingen. Dort angekommen war eine Pause angesagt und das Genießen einer fantastischen Rundumsicht, der Sonne, die durch die Wolken kam und einer Brotzeit. Abwärts ging es dann zunächst zur Tristmahlnalm und weiter über gute Wege zurück ins Tal zum Parkplatz. Gerade zur rechten Zeit kamen wir dann auf dem Heimweg in Aschau an einem Cafe vorbei und kehrten noch auf den verdienten Kaffe und Kuchen ein.

Fotos: Federholzer, Kampschulte, Baumgartner

Vormauerstein – der Schneerosenberg

An einem sonnigen Samstag fuhren 8 Bergbegeisterte zum Wolfgangsee im Herzen des Salzkammerguts. Schon zeitig erreichten wir den Parkplatz am Fähranleger Greinz am Westufer. Der Fährmann öffnete uns bereits 10 Minuten früher das Tor, womit wir uns und der Umwelt 48 Autofahrkilometer um den See herum ersparten. Unser Weg ging gleich steil bergauf zur Kalvarienbergkirche mit schönem Ausblick auf den See und St. Wolfgang. In der nächsten Wegstunde ging es in leichtem Auf und Ab zum Holzerbauern. Hier begann der Aufstieg auf einem schönen Bergsteig zur Sommerauer Alm. Je höher wir kamen, desto mehr Blumenpracht war zu bewundern. In einem Sattel wechselte der Weg kurz auf die Nordseite und wir mussten im Schnee stapfen. Bald eröffnete sich der Blick nach Osten und der mächtige Schafberg mit seinen imposanten Nebengipfeln kam ins Bild. Nach kurzer Klettereinlage erreichten wir unseren 1450m hohen Gipfel und wir genossen einen fantastischen 360° Rundblick. Nach wohlverdienter Gipfelbrotzeit begann der Abstieg. Wir kamen noch zu einem 2.Gipfelkreuz, welches wir für ein Gruppenfoto nutzten. Auf einem etwas leichteren  Weg stiegen wir nach St.Wolfgang ab. Es blieb noch ein wenig Zeit für einen kleinen Ortsrundgang mit “Weißen Rössl” und Wallfahrtskirche, bevor unser Fährschiff uns wieder zum Parkplatz zurück brachte. Im Gasthaus Scharflingerhof am Mondsee ließen wir den erlebnisreichen Tag ausklingen.

Text: Harald Wagner, Fotos: von den Teilnehmern.