Wandertage im oberen Ennstal

Voller Freude, fuhren am Morgen des 7. Juni, Gertrud, Walter, Gisela, Arthur, Irmi und Maria mit mir, im DAV-Mobil, ins obere Ennstal. Bevor wir das Hotel erreichten, unternahmen wir von Filzmoos aus, schon mal eine Eingehtour. Diese führte uns bei bestem Bergwetter zum aussichtsreichen Gipfel des Rossbrand, 1770 m. Nach kurzer Fahrt wurden wir, in gewohnter Freundlickeit, von der Familie Gürtl in ihrem Hotel in Haus im Ennstal begrüßt und konnten unsere Zimmer beziehen. Die Küche war hervorragend und wir wurden die ganze Woche, bei gebuchter Halbpension, abwechslungsreich und mit steirischen Spezialitäten verwöhnt. Am Montag waren die Wetteraussichten noch am besten  und so ging es gleich auf die Königstour. Nach interressanter Auffahrt zur Ursprungalm, gelangten wir auf schattigen Traversen zum Kamm und zum Tagesgipfel, Hochfeld mit 2189 m Seehöhe. Es erwartete uns ein fantastischer Rundblick über die Niederen Tauern. Von hier führte uns der Giglach-Höhenweg auf dem felsigem Kamm an vielen kleinen Seen vorbei, hinab zur Ignatz- Mattis- Hütte, in herrlicher Lage, über dem wunderschönen See. Vom Giglachsee führt uns der alte Römerweg wieder zur Ursprungalm. Beim Auf- und Abfahren blieb uns eine Begegnung mit dem Postbus erspart. Der Dienstag brachte uns dann die Wetterwende! Wir nutzten noch die schönen Vormittagsstunden und stiegen vom Friedenskirchlein über den felsigen Florasteig hinauf zum “Stoderzinken” am Dachstein-Massiv, welcher ebenfalls eine hervorragende Aussicht bot. Am Abend zeigte ich einen Film von der Bergwoche 2020 in diesem Haus!  Nach dem Einsetzen des Regens genossen wir, wie auch an den folgenden Tagen, die anderen Genüsse des Hotels, wie Sauna und Hallenbad. Als die Wolken am Mittwochmorgen die Berge frei gegeben hatten, zeigten sich die höheren Berge in frischem Weiß. Es wurde der Wasserwandertag mit Nass von allen Seiten. Da die Silberkarklamm zwar recht eindrucksvoll, aber auch kurz war, entschieden wir uns am gleichen Tag noch die “Wilden Wasser” im Untertal zu besuchen. Während einer Regenpause, in der wir gerade mit dem Bus unterwegs waren, regnete es am Parkplatz Riesachfall wieder aus vollen Kannen und ich musste den ersten “Streik meiner Wanderer-Gewerkschaft” erleben. Mit einigen Wanderwilligen, erkundeten wir die imposanten Riesachfälle, setzten dann aber noch eins oben drauf und erledigten den “Alpinsteig Höll” gleich mit! Nach dem Abstieg, trafen wir uns alle im Gasthaus wieder und fuhren zurück zum Hotel. Der Donnerstag gestaltete sich fast niederschlagsfrei. Bei angenehmen Temperaturen, nahmen wir die mehr als 1500 Aufstiegsmeter zur Bärfallspitze in Angriff. Ab 1000 m gingen wir mehr und mehr durch Schnee. Unser Gipfel bot einen umfassenden Rundblick über die, neu mit Schnee bedeckten, Tauerngipfel! Der Rückweg führte uns über den namengebenden Gipfel “Hauser Kaibling” zur Seilbahnstation. Die seit 1960, mit ausgeklügelter Fördertechnik, funktionierende Hauser Tauerbahn endet fast am Hotel. Der Freitag bescherte uns wieder regnerisches und kühles Wetter mit einigen sonnigen Abschnitten. Es stand die 3-Seentour im Seewig-Tal auf den Plan. Ein Linienbus brachte uns zum Steirischen Bodensee, von wo aus die Wanderung begann. In den aussichtsreichen Serpentinen am Bodeseewasserfall zum Hüttensee, geht schon gerne mal Einer verloren. Beim Warten, kommt er dann wieder zum Vorschein, auch wenn die Farbe von Hut und Rucksack nicht stimmt. Vorbei am Hüttensee und dem Schleierwassefall, geht es hoch zum Obersee. Es regnet mal wieder und wir suchen die in der Nähe gelegene Hans-Wödl-Hütte auf. Hier gab es Steirerkas, leckere Kuchen und passende Getränke dazu! Nach dem Abstieg brachte uns der Wanderbus zurück nach “Haus”. Der letzte Abend im Hotel war nochmal sehr gemütlich und lustig. Am Samstag früh regnete es wieder richtig! Nach der Abfahrt, zeigten sich am Himmel die ersten blauen Lücken für unsere letzte Wanderung. Ziel war die legendäre Reiteralm Runde, welche wir dank der noch gültigen Sommercard gehen konnten. Gasselhöhe und Rippetegg waren schnell erreicht. Einige unserer Gipfelstürmer bestiegen noch den Schober und wählten den Abstieg, über den Spiegelsee, zur Einkehr. Die anderen nahmen den Weg über den Spiegelsee zum Untersee und setzten mit der SB-Fähre über. Mit herrlichen Aussichten und blumenreichen Wegen war dieser Tag ein toller Abschluß in der Gasselhütte. Wir nahmen gemeinsam Abschied von der wunderschönen Bergwelt des oberen Ennstales und traten die Heimfahrt an. In ruhiger und staufreier Fahrt erreichten wir gegen 17 Uhr Burghausen. Vielen Dank für euer Durchhaltvermögen, euern Elan auch bei schlechtem Wetter unterwegs zu sein. Es hat Spaß gemacht mit euch!                     Text: Harald, Fotos von mir und den Teilnehmern