Über das Schönbichler Horn – zwei Tage in den Zillertaler Alpen

(Sandra Schüssel)

Der Berliner Höhenweg zählt zu den eindrucksvollsten Höhenwegen der Zillertaler Alpen. Für uns standen am Wochenende 15./16. August zwei besonders schöne Etappen auf dem Programm: Von Parkplatz am Alpengasthaus Breitlahner zur Berliner Hütte und am nächsten Tag über das Schönbichler Horn hinunter zum Schlegeisspeicher.

Bei bestem Sommerwetter führte uns der Anstieg rund 790 Höhenmeter und 10 Kilometer durch das Zillertal hinauf zur eindrucksvoll gelegenen Berliner Hütte. Die unter Denkmalschutz stehende Hütte ist ein Erlebnis: Das große Foyer, die hohen, holzvertäfelten Räume und die historische Ausstattung lassen uns erst mal staunen. Fun Facts vom Hüttenpersonal zur Geschichte des Hauses: Im Jahr 1900 wurde eine Dunkelkammer eingerichtet, in der Bergsteiger ihre Fotos entwickeln konnten. Etwas später kamen sogar ein eigenes Postamt und eine Schuhmacherwerkstatt hinzu.

Aber genug gestaunt. Da wir nach Kaffee und Kuchen noch Zeit und Energie hatten, machten wir uns am Nachmittag noch auf den Weg zum Schwarzsee. Bei strahlendem Sonnenschein bot sich die Gelegenheit, sich im Bergsee abzukühlen.

Zurück auf der Berliner Hütte ließen wir den Tag gemütlich ausklingen. Bei Schweinsbraten und Käsespätzle konnten wir uns schon einmal für die deutlich anspruchsvollere Etappe am nächsten Tag stärken.

Am Drahtseil aufs Schönbichler Horn

An Sonntag Stand mit dem Schönbicher Horn auf 3.132 Meter der Höhepunkt unserer Tour an. Der Aufstieg wurde zunehmend steiler und führte uns schließlich in hochalpines Gelände mit interessanten Felsverwürfen. Besonders spannend wurde es im drahtseilversicherten Abschnitt kurz vor dem Gipfel. Hier war nicht nur Trittsicherheit gefragt – wir bekamen auch noch Gegenverkehr und mussten uns an einigen Stellen geschickt aneinander vorbeibewegen.

Oben angekommen wurden wir für die Anstrengung reichlich belohnt. Vom Schönbichler Horn hatten wir eine großartige Rundumsicht auf die Zillertaler Alpen, mit den vergletscherten Riesen wie dem Größen Möseler (3.480 m) oder dem Hochfeiler (3.510 m). Besonders beeindruckend war der Blick auf die Bergkette im Süden, die Grenze zu Italien.

Drohendes Gewitter

Allzulange konnten wir die Gipfelaussicht allerdings nicht genießen. Für den Nachmittag war Gewitter angekündigt. Beim Abstieg entschieden wir uns deshalb, auf eine Mittagspause an der Furtschaglhaus (2.295 m) zu verzichten und zügig Richtung Schlegeisspeicher weiterzugehen.

Das Timing passt: Kurz bevor wir den Speichersee erreichten, fielen tatsächlich die ersten Regentropfen. Damit hatte sich auch der Plan für ein zweites Bad an diesem Wochenende erledigt. Stattdessen entschieden wir uns für die deutlich trockenere Variante und kehrten in einem Forellenrestaurant ein.

Gut gestärkt ging es anschließend noch das letzte Stück zum Bus und vor dort zurück nach Burghausen.

Eine rundum schöne und entspannte Sommertour, mit einzigartigen Ausblicken, alpinem Nervenkitzel am steilen Gipfelaufstieg und vor allem eine sehr nette Gruppe mit Helmut, Monika, Michaela, Birgit, Renate, Carolin und Balázs.

(Bericht: Sandra Schüssel, Photos: Helmut, Sandra, Monika)