Zwölferhorn

Die Kletteroldies waren wieder einmal unterwegs. Diesmal auf der Suche nach Schnee mit den Ski. Als Ziel war das Zwölferhorn ausgerufen. Neun Oldies folgten diesem Ruf und so wurde der AV-Bus voll. Von Tommy gesteuert starteten wir um 7 Uhr am Bahnhof Burghausen. Nach der Ankunft in der Tiefbrunnau gab´s erst mal den großen LVS-Check bevor wir Richtung Gartenberg loszogen. Alois war vorneweg da er seinen Kreislauf schnell auf Betriebstemperatur bringen wollte. Nach der Mehlsackalm kam der steile Aufstieg zum Gartenberg. Schnee war gerade noch ausreichend vorhanden. In weitem Bogen, die Aussicht in mitten der Osterhorngruppe genießend, erreichten wir die Pillsteinhöhe. Nach kurzer Pause ging´s dann am Kamm entlang zum Zwölferhorn. Vor einer heiklen Stelle, an welcher Schotter den Lauf der Ski bremsen würde, wurden wir von zwei Tourengeherinnen gewarnt. Es hätte da einen zerlegt, hieß es. Wenig später hatten wir die Stelle umschifft und standen bald darauf auf dem Zwölferhorngipfel. Hier wieder vereint mit unserem Vorauskommando. Der nordseitige Hang zur Sausteigalm hatte noch ausreichend Pulverschnee. Bei umsichtiger Spurwahl konnten wir noch einige Schwünge im besten Pulver ziehen. Da die Sausteigalm geschlossen war, holten wir nach rascher Fahrt auf der Almstrasse, die stärkende Einkehr in Kathis Blumencafe nach. Dank an Tommy unseren wackeren Fahrer.

Freimahderköpfl-Lattenbergstoa

Alpenwanderer-Tour: Freimahderköpfl-Lattenbergstoa

Rechtzeitig beim Einbiegen des AV-Busses in den Friedhofsparkplatz in Bayerisch Gmain lichtete sich der Nebel und es blieb den ganzen Tag sonnig, wenn es auch noch recht frisch war, als wir losgingen. Nach einem kurzen Aufwärm-Abstecher war dann auch der richtige Pfad gefunden und es ging recht steil bergan entlang der Löwenschlucht hinauf zum ersten Aussichtspunkt, dem Lattenberg, mit schönem Blick hinaus auf das Nebelmeer unter uns. Ein guter Steig führte uns über einige Aufschwünge dann hinauf zum Freimahderköpfl mit einer gemütlichen Rastbank und einem herrlichen Ausblick auf die Gipfel rundherum und das Nebelmeer über Reichenhall und Salzburg. Der Weg ging erst wieder ein Stück zurück und dann die steilen Hänge hinab in den schattigen und recht kühlen Speikgraben. Brücken halfen über zwei Bäche hinüber und auf der anderen Seite stiegen wir wieder recht steil bergan, so dass bald keiner mehr frösteln musste. Nach Erreichen des Kammes war noch ein kurzes, felsiges Gratstück zu überwinden und nach einer kleinen Kraxelei war das blitzeblanke Gipfelkreuz des Lattenbergstoa erreicht. In der Zwischenzeit war auch der Nebel im Tal weniger geworden und bei der folgenden Brotzeit hatten wir Aussicht pur. Der Abstieg ging über einen Waldsteig an der Hochplatte vorbei hinab ins Tal und zum Ausgangspunkt zurück. Bei einer wohlverdienten Kaffeepause fand die Tour dann einen würdigen Abschluss.

Text und Bilder: Maximilian Baumgartner

Wanderreise Cinque Terre vom 6.10. – 12.10.2024

Die Anreise an die ligurische Küste erfolgte mit dem Nightjet der ÖBB von Salzburg nach Levanto ohne umsteigen. Zu einer ersten Orientierung im Ort hatten wir nach dem Einchecken im Hotel Palace reichlich Zeit um den überschaubaren Ort zu inspizieren. Sei es ein Spaziergang am Strand oder ein Cappuccino in einer der vielen Bars an den verkehrsberuhigten Sträßchen. Ziel der ersten Wanderung war die nördlichste der 5 Dörfer: Monterosso. Die moderate Wanderung führte über Straßen und Pfade zum Punta Mesco und dann hinab nach Monterosso. In dieser Gegend lud der Erdbeerbaum mit reifen Früchten am Wegrand zum Naschen ein. Trotz Bewölkung und leichtem Regen konnten wir die herrliche Landschaft genießen. Der regenreichste Tag war wohl Dienstag. Wir nutzten den nicht ganz so nassen Vormittag um nach Bonassola zu wandern und blieben auch im starken Wind auf Kurs. Am Mittwoch war die Wanderung nach Portofino angesagt. Dort hatten wir Glück den Ort ohne Massen an Kreuzfahrtschiff-Touristen vorzufinden. Es war sogar eine Wanderung bis zum Leuchtturm möglich. Zum Mittagessen fanden wir rechtzeitig, als ein Regenguss im Anmarsch war, ein Lokal mit Biergarten und Überdachung. So konnten wir, abgesehen von dem Bach der am Boden durchlief, trockenen Hauptes Spaghetti und Fisch genießen. Am nächsten Tag besichtigten wir die fünf Dörfer Riomaggiore, Manarola, Corniglia, Vernazza und Monterosso. Natürlich blieb die Via dell’ Amore nicht auf der Strecke. Sie wurde erst 2024 nach langer Reparatur wieder freigegeben und ist, wegen dem großen Ansturm an Touristen, in nur einer Richtung begehbar. Wir merken an dieser Stelle von den Touristen nichts, nur in den Dörfern konzentrierten sich die Massen. Kaum ging der Wanderweg über die Berge hatte man seine Ruhe. Die Top-Wanderung fand am Freitag statt. Wir fuhren mit dem Zug nach Riomaggiore und machten uns auf den Weg nach Porto Venere. Wunderbare Ausblicke auf die Steilküste, Meer und Landschaft sorgten bei Sonnenschein für Begeisterung. Die Rückfahrt mit dem Schiff machte zu hoher Seegang unmöglich. So nahmen wir das Boot nach La Spezia und fuhren mit dem Zug zurück. Am Abreisetag war noch genügend Zeit sich bis 18 Uhr die Zeit zu vertreiben. Sei es am Strand, einer Bootsfahrt nach Riomaggiore (die am Samstag wieder möglich war) oder einer Wanderung auf den Mt. Streghe und Mt. Rossola. Am Sonntagmorgen kamen wir pünktlich in Salzburg an. Für alle war die Reise, abgesehen von den gewöhnungsbedürftigen Umständen im Liegeabteil, ein Genuss.

Großes Hundshorn bei Lofer

Am Sonntag ging es bei schönem Wetter in die Berge. Ziel war diesmal das Große Hundshorn südlich der Reiteralpe bei Lofer. Es ist ein selten besuchter, aber toller Aussichtsberg. Start war am Parkplatz bei St. Martin. Die Strohwollner Schlucht war leider wegen Steigerneuerung gesperrt und so führte unser Weg daran vorbei. Ein schönes Steiglein führte uns durch Bergwald hinauf zur Scheffsnother Alm und weiter über Almwiesen zum Hundsattel. Hier zweigte der Gipfelsteig ab, der unerwartet noch eine Scharte mit Gegenanstieg bereit hielt. Am 1705m hohen Gipfel gab es die wohlverdiente Brotzeit und einen grandiosen Rundblick auf die Chiemgauer Alpen, zum Venediger und auf die steilen Südwände der Reiteralpe-Gipfel. Danach wanderten wir zurück zum Hundsattel und südseitig hinab zur gleichnamigen Alm. Nach 3km Forststraße durch die schönen Berghöfe des Wildentals, erreichten wir die Wildenbachschlucht, die uns mit 2 stürzenden Wasserfällen für die gesperrte Klamm entschädigten! Bei nachmittäglichem Sonnenschein wanderten wir durch den Herbstwald, das Tal hinaus zum Parkplatz. Einen gemütlichen Ausklang gab’s beim Wurznwirt in Schneitzlreuth, wo eine gelungene Tour an einem goldenem Herbsttag ausklang.                      Harald Wagner   

 

Hochfelln über die Thoraualm

Ich mag den Hochfelln….wirklich….der Hochfelln ist für mich ein echter Allrounder. Man kann ihn von allen Seiten in verschiedenen Schwierigkeitsstufen begehen und jeder Bergwanderer kommt auf seine Kosten. Und wenn man nicht gerade im Hochsommer den Gipfel stürmt, kommt man auch in den Genuss, die 360° Grad Gipfelaussicht in Ruhe zu genießen. 

Unsere Tour startete vom Wanderparkplatz der Staudiglhütte. Im wabernden Nebel gings gerade richtig zum Einlaufen über eine breite Forststraße zur Thoraualm. Schon hier lichtete sich der Nebel und machte den Blick zurück ins Tal für ein schönes Wolkenspiel frei. Nach der letzten Hütten folgten wir wesentlich steiler rechts dem Wiesenweg Richtung Fellhorn. Nun war es sogar Zeit die Jacken auszuziehen, Hosen abzuzippen und die Sonne zu genießen. Der Wiesenweg führte schließlich mit einem Steig zusammen. Dann wurde es spannend. Holzstufen, etwas brüchiges Gelände und nochmals steiler aufwärts. Ein schmaler Weg durch die Latschen öffnete sich uns, kurzzeitig ging es flach weiter und man konnte unser Ziel, das Hochfellnhaus erkennen. Nochmal ein kurzes Konditionstraining und wir erblickten die Bergstation und die Taborkapelle vor uns. Unsere Brotzeit hatten wir uns redlich verdient. Dann folgte natürlich der obligatorische Besuch des Gipfelkreuzes und gemütliches Beisammensitzen vor dem Hochfellnhaus. Über uns blauer Himmel – unter uns ein Wolkenmeer, aus dem nur ein paar wenige Gipfel herausspitzten. Weitaus weniger anspruchsvoll stiegen wir über die Farnbödenalm ab. 

Es war ein toller Tag. Es gab viel zu lachen, gute Gespräche und obendrein eine Bergkulisse in den wunderschönen Farben des Herbstes.

Achorn bei Unken

Am 03. September starten wir fast voll besetzt mit dem AV-Mobil Richtung Unken. Auf einem neu markierten Steig ging es unerwartet steil und teilweise seilversichert bergauf. Anfangs wanderten wir nur im Schatten, dann wechselte der Weg auf die Südseite und eröffnete uns schöne Blicke auf die 3 Brüder an der Reiter Alpe. Bald waren wir oben und genossen unsere Brotzeit am erst 2021 neu errichteten Gipfelkreuz. Für den Abstieg wählten wir den Weg über Hiasnkaser und den Aschauer Pass bis zu den Reither Wanderparkplätzen. Wir folgten dann dem Innersbach, der sich bald durch eine enge Klamm schlängelte, um dann als kleiner Wasserfall in die Saalach zu münden. An diesem heißen Tag nahmen noch Einige von uns ein erfrischendes Bad in der Saalach und gemütlich klang der Tag dann im Biergarten am Höglwörther See aus.

Übers Klausbachtal auf das Kammerlinghorn (2484 m)

Zeitig in der Früh traf sich eine motivierte Gruppe zur Abfahrt in Halsbach. Schließlich stand ein recht straffes Wanderprogramm auf der Agenda: das Kammerlinghorn im Hochkaltergebiet. Knapp 1400 Höhenmeter wollten wir hier bezwingen.

Der Almerlebnisbus chauffierte uns vom Hintersee bis zur Bindalm.  Auf dem einfachen Wanderweg bis zur Mittereisalm liefen wir uns warm. Diese ist Alm dient als Hochalm für das Jungvieh, das dort wenige Wochen im Sommer verbringt. Weiter ging es durch lichten Lärchenwald und Latschenfelder. Unterhalb des Karlkogels gabs an einem schattigen Plätzchen eine kleine Rast. Der Weiterweg führte uns auf einem breiten Rücken dem Ziel entgegen. Die Aussicht am Gipfel war einmalig schön. Gleich neben uns die Hocheisspitze und dann das Hocheishörndl. Gut zu erkennen war der Verlauf der Hocheisumrahmung, welche sich aber nur für alpin versierte und ausdauernde Bergsteiger empfiehlt.

Am Gipfel lernten wir Raphael kennen, den Senior-Hüttenwirt der Blaueishütte. Er kannte hier buchstäblich jeden Stein und er stellte sich mit seinen 85 Jahren  als unglaublich fit heraus. Und so ergab es sich, dass er uns im flotten Ritt, mit einem schnellen Abstecher über den Karlkopf (2195 m), hinab begleitete und uns mit der ein oder anderen Geschichte unterhielt. Beim Feichtnkaser an den Kammerlingalmen gönnten wir uns ein erfrischendes Bierchen, um dann noch den letzten Almerlebnisbus um 17 Uhr zurück zum Parkplatz zu erwischen. Vor der Heimfahrt hatten wir noch die schwere Wahl zwischen einem Bad im 14°C warmen Hintersee oder einem Eis am Kiosk.

Text: Monika Hofmeister, Fotos: Maria Lassok-Ebner, Herbert Schmid, Monika Hofmeister

„Detmolder Grat“ – hochalpiner und landschaftlich einzigartiger Klettersteig auf die Hochalmspitze (3360m)

Die Tour über den „Detmolder Grat“ auf die Hochalmspitze, auch die
“Tauernkönigin” genannt, stand in den vergangenen Jahren bereits mehrfach im
Burghauser Tourenprogramm und musste leider wetterbedingt immer wieder
abgesagt werden. Dieses Jahr dann ein weiterer Versuch und es hat endlich
geklappt. Ludwig Pichlmeier übernahm dankenswerterweise stellvertretend für
Martin Peukert, der leider verletzungsbedingt absagen musste, die
Tourenführung.
 
Am Samstag, den 27.07. um 9 Uhr startete die 7-köpfige Gruppe in
Burghausen. Mit dabei: Andi, Felicia, Nico, Sonja, Monika, Helmut und Ludwig.
Wir hatten keine Eile, da am Samstag lediglich der Hüttenanstieg auf dem
Programm stand. In knapp zwei Stunden stiegen wir vom Gößkarspeicher im
Maltatal zur Gießener Hütte auf 2215m auf. Dort wurden wir bestens versorgt
und wir bekamen am Sonntagmorgen vom Hüttenwirt sogar ein extrafrühes
Frühstück, da wir aufgrund des angesagten Gewitterrisikos für den Nachmittag
früh starten mussten.
 
Aufbruch am Sonntag um 4:30 Uhr. Im Schein unserer Stirnlampen wanderten
wir entlang des Schwarzburger Weges zuerst mäßig ansteigend über Geröll-
und Blockfelder, über Gletscherschliffe und im oberen Teil über mehrere
Schneefelder in Richtung Lassacher Winkelscharte. Langsam ging bei
wolkenlosem Himmel die Sonne auf und wir genossen die magische Stimmung.
 
In der Scharte auf 2856m angekommen, legten wir dann Gurt, Helm und
Klettersteigset an und stiegen den ersten Teil des Detmolder Weges noch ohne
Drahtseilversichung auf. Durch grobes Blockwerk ging es ausgesetzt über die
Winkelspitze in die obere Winkelscharte. Dort querten wir auf einem kurzen
Stück den Gletscher und erreichten schließlich den drahtseilversicherten Teil
des Detmolder Grates. Auf 3190m stiegen wir in den hochalpinen Klettersteig
ein.
 
Die luftigen Gratpassagen, felsigen Aufschwünge und atemberaubenden
Tiefblicke auf die Gletscher rundherum waren einfach der Wahnsinn! Nach
insgesamt vier Stunden Aufstieg erreichten wir den Gipfel und wurden mit einer
grandiosen Aussicht belohnt. Nach einer kurzen Gipfelrast ging es dann aber
schnell weiter, da noch ein langer und nicht weniger anspruchsvoller Abstieg
vor uns lag. Über schneedurchsetztes, felsiges und teils ausgesetztes Gelände
arbeiteten wir uns konzentriert abwärts, größtenteils ohne Seilversicherung.
 
Kurz vor den imposanten “Steinernen Mandln” ging es noch einmal spektakulär
durch eine abgesicherte steile Felsflanke hinab zum Gletscher. Im sehr steilen
Firn stiegen wir die ersten 50 Meter rückwärts am Seil gesichert, mit Pickel und
Steigeisen ab. Dann wurde es flacher und wir konnten den restlichen
firnbedeckten Trippkees zügig überqueren. Über den Rudolfstädter Weg ging es
weiter zurück zur Gießener Hütte, wo uns auf den letzten Metern tatsächlich
noch das angekündigte Gewitter einholte. Nach etwa 7,5 h Gehzeit an der Hütte
angekommen, gönnten wir uns dann noch eine ausgiebige Rast und stiegen
anschließend weiter ins Tal ab. Das Gewitter hat sich wieder verzogen und wir
kamen trocken unten an.
 
Fazit: eine rundherum gelungene, aber anspruchsvolle Überschreitung eines
genialen Berges, der “Tauernkönigin”.
 
Bericht: Sonja Prokscha
Fotos: Andi Grünwald, Nico Perzl, Sonja Prokscha

Bergtour Regenspitz

Manchmal ist es gar nicht schlecht, wenn man nicht sooo früh morgens startet und dem Wetter eine Chance gibt. So war der angesagte Regen durch, als wir nach der Fahrt mit dem AV-Bus vom Satzstein-Parkplatz losmarschierten und das Regenzeug konnte den ganzen Tag im Rucksack bleiben. Bei bedecktem Himmel, aber dadurch angenehmen Temperaturen, erreichten wir die Feichtensteinalm, bei deren Durchquerung wir vom Wiehern einer Pferdeherde empfangen wurden und die Pferdefreunde unter uns schon mal ihr erstes Highlight hatten. Weiter ging der Pfad durch Wiesen- und Buschgelände mit reichlich blühender Flora, so dass auch die Botaniker in der Gruppe ihre Freude hatten. Der Steig wurde immer felsiger und auch steiler und es galt einige Male etwas höhere Felsstufen zu überwinden. Gemeinsam wurden aber auch diese ohne größere Probleme bewältigt und bald war der Gipfel des Regenspitz erklommen. In der Zwischenzeit war auch die Sonne zum Vorschein gekommen und die Sonnenbrillen kamen zum Einsatz. Die tiefhängenden Wolken hatten sich verzogen und gaben das Panorama über die umliegenden Berge frei. Nach der verdienten Gipfelbrotzeit und dem obligatorischen Gipfelfoto machten wir uns an den Abstieg Richtung Westen zur Bergalm. Ein teils steiler und felsiger Bergpfad durch Latschengelände erforderte nochmal volle Aufmerksamkeit bevor es dann angenehmer durch den Wald hinabging und zur Einkehr auf die Bergalm. Bei hervorragendem Zwetschgenkuchen mussten wir mit dem Wirt erst die aktuelle Obsternte diskutieren und zum Aufbruch auch noch die verflüssigte Ernte des letzten Jahres verkosten. Der weitere Abstieg über Forstwege und schöne Steige wurde noch durch eine kurze, sehr rustikale „Umleitung“ unterbrochen, da wir eine etwas versteckte Abzweigung verpasst hatten. Über eine feuchte Wiese und eine Rinne im Wald waren wir aber bald wieder auf der Spur. Zu dem Bach, den wir unten in der Schlucht schon länger hörten, stiegen wir dann über den Zauberwasser-Steig hinab entlang etlicher Wasserfälle und verlockender Gumpen und erreichten bald den Parkplatz. „Ein gelungener Tag mit einer schönen und sehr abwechslungsreichen Tour“ war das allgemeine Resümee bei der Rückfahrt.

Fotos: Wokusch, Federholzner, Baumgartner

Die Stubaier „Wilden“ Hochtour in den Stubaier Alpen mit Besteigung des Wilden Freiger (3418 m) und Wilden Pfaff (3456 m)

19.07.2024, 13:00 Uhr: Eva und Tina warten schon in Ranalt auf die Gruppe, bevor sich alle auf den Weg durch das lange Tal, vorbei an der Bsuchalm über den Farnweg zur Nürnberger Hütte (2278 m) begeben. Mit von der Partie sind Katharina, Josef, Stefan, Sebi, Woife, Feli, Andi und die Gewitterwolke, die in der Ferne grummelt. Davon lassen sich die vier Steinbock-„Teenager“, denen wir auf dem Weg begegnen, aber nicht weiter stören. Glücklicherweise erreichen wir die Nürnberger Hütte vor dem einsetzenden Regen und können uns genüsslich dem ersten Stück Kuchen hingeben. Nach einer kalten Dusche geht es abends mit einem ausgiebigen Buffet weiter. Schwammerl-Suppe, Gulasch und Polenta sowie leckere nepalesische Momos stehen auf dem Speiseplan.

20.07.2024, 08:00 Uhr: Von der Nürnberger Hütte brechen wir in aller Ruhe auf, um den Wilden Freiger zu besteigen. Der erste der beiden „wilden“ Gipfel, der eigentlich gar nicht so wild ist, wie der Name zunächst suggeriert. Der dramatische Gletscherrückgang, der bei der Aussicht ersichtlich wird, führt ohne nennenswerten Schneekontakt über einen teils versicherten breiten Grat auf den Gipfel.  Auf ca. 3300 m erreichen wir unschwierig den Signalgipfel (Grenze Tirol/Südtirol). Die Route geht weiter über eine Gratüberschreitung zum Gipfelkreuz auf 3418 m.

Unser Plan, im Anschluss einen Abstecher zum alternativen Aufstiegsweg, dem Roten Grat, einzulegen, wird leider von der fehlenden Sicht zunichte gemacht. Also steigen wir direkt entlang des ausgeprägten Felsgrates hinunter und kurz über Blockgelände wieder hinauf zum höchstgelegenen Schutzhaus in Südtirol – dem Becherhaus auf 3195 m. Eine wunderschöne, frischrenovierte Aussichtshütte mit einem Wirt von der seltenen Sorte. Am Abend gab es ein Déjà-Vu: Schwammerl-Suppe, Gulasch und Polenta.

21.07.2024, 06:30 Uhr: Der Weg über den Mühltalferner führt vom Becherhaus vorbei an der Müllerhütte. Auf dem Firnrücken steigen wir möglichst weit auf, bevor wir auf die Felsen gelangen. Der Grat ist gut markiert und macht mit 2er Kletterstellen im Blockgelände richtig Spaß. Aufpassen ist dennoch angesagt, denn ein paar Stellen sind durchaus etwas luftiger.

Im oberen Bereich treffen wir auf eine rund 30 m lange Platte, die durch ein Drahtseil entschärft ist. Ein paar Schritte noch und wir stehen am Gipfel des Wilden Pfaff (3.456 m). Auf unserem zweiten „Wilden“ hat man einen tollen Blick auf das prominente Zuckerhütl im Vordergrund und von West nach Ost über die Wildspitze bis hin zur Brenta, Rosengarten, ins Grödnertal und den Drei Zinnen.

 

Wir steigen in den Pfaffensattel ab, seilen uns nochmal kurz an, lassen den zu sehr bröckelnden Zuckerhütl Gipfelanstieg links liegen, bevor wir über Restschneefelder am Hang und die Skipiste zur Dresdner Hütte absteigen. Nach einer ordentlichen Bergsteiger-Mahlzeit fahren wir gemütlich mit der Bahn zurück ins Tal und freuen uns schon auf mehr solch „wilder“ Touren!

Bericht: Felicia Weber

Fotos: Tina Blümlhuber & Andreas Grünwald